Der Brauch der Fidya für versäumtes Fasten und Gebete des Verstorbenen
Frage
(1) Bei uns ist folgender Brauch verbreitet: Wenn jemand stirbt, der volljährig war, gibt man als Sadaqa einen halben Man und fünf Ser Weizen (Man und Ser sind örtliche Gewichtsmaße: Man ca. 37 kg, Ser ca. 0,93 kg) und ein Exemplar des edlen Korans. Ob der Verstorbene reich oder arm und hungernd war – für alle gilt derselbe Brauch. Körbe mit Weizen stellt man einem Bettler auf den Kopf und trägt sie vor der Dschanaza (der Totenbahre) her.
Antwort
Das beschriebene Verfahren ist eine Neuerung in der Religion (Bidʿa) und nicht erlaubt; es hat keine Grundlage, ja es widerspricht den Grundsätzen der Scharia. Das Isal as-Sawab (die Übertragung der Belohnung an Verstorbene) an sich – ohne Bindung an ein bestimmtes Datum, einen Tag, eine Form und dergleichen – ist lobenswert (Mustahsan)
Quelle: Fatawa Mahmudiyya
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